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Menschenrechtlerin Christina Haverkamp zu Besuch an der Realschule – 21.12.2015

Quelle: Der Bayerwald-Bote, − bb

Christina Haverkamp, Menschenrechtsaktivistin und Atlantik-Überquererin (rechts), erzählte den Regener Realschüler von ihrem Engagement zugunsten des Indianerstammes der Yanomami. − Foto: Vogl

Christina Haverkamp, Menschenrechtsaktivistin und Atlantik-Überquererin (rechts), erzählte den Regener Realschüler von ihrem Engagement zugunsten des Indianerstammes der Yanomami. − Foto: Vogl

„Seit zwei Monaten bin ich wieder von den Yanomami zurück“. Mit diesem Satz hat Christina Haverkamp ihr junges Publikum mit auf ihre abenteuerlichen Reisen zu einem der letzten Naturvölker unserer Erde genommen. Die Schüler der Regener Siegfried-von-Vegesack-Realschule schauten gebannt auf die Leinwand und hörten aufmerksam zu, als Menschenrechtsaktivistin Christina Haverkamp erzählte.

Und dabei erfuhren die Regener Realschüler unter anderem, dass die Existenz und Lebensweise dieser Indianer im südamerikanischen Amazonas-Gebiet seit fast vier Jahrzehnten bedroht wird – von Goldsuchern, Großgrundbesitzern und von aus der Zivilisation eingeschleppten Krankheiten, die bei uns in Europa meist unbeschadet überstanden werden.

Haverkamp zeigte beeindruckende Bilder vom Alltag der bis zu 200 Bewohner der Yanomami-Dörfer, die gemeinsam in einem großen Rundbau wohnen. Sie trauern mit besonderen Riten um ihre Toten, gehen mit Pfeil und Bogen auf die Jagd, leben von Fischfang und Bananenanbau. Für die Kinder sei der Urwald am Amazonas ein Abenteuerspielplatz, berichtete die Referentin. „Sie bauen Einbäume und nutzen alles, was sie umgibt“, erzählte die durchtrainierte Kielerin, die mit orangefarbenem Band im blonden Haar immer noch abenteuerlustig wirkt.

1991 organisierte Christina Haverkamp eine Frauenexpedition in den Regenwald und unterstützte ein Ärzteteam bei den Yanomami vor Ort. Im Kolumbusjahr 1992 überquerte sie auf einem selbstgebauten Bambusfloß zusammen mit dem Menschenrechtler und ÜberlebensSpezialisten Rüdiger Nehberg den Atlantik, um auf die Landrechte der Indianer aufmerksam zu machen. In den letzten Jahren baute sie im Amazonasgebiet drei Krankenstationen mit Schulen für die Yanomami auf. Der Aufbau einer solchen Station kostet rund 70 000 Dollar. Finanziert wird dies ausschließlich durch Spenden. Im nächsten Jahr will Haverkamp mobile Funkstationen kaufen, damit einzelne abgelegene Dörfer über eine größere Distanz hinweg in Verbindung bleiben und bei Bedarf Hilfe holen können.

Nicht nur die vielen Fotos ihrer Expeditionen, sondern auch die Art und Weise, wie Christina Haverkamp von ihren Erlebnissen berichtete, faszinierten die Schüler und sorgten noch für viel Gesprächsstoff.

Ein halbes Leben für die Indianer – Kieler Nachrichten 23.5.2015

Quelle: KN-Journal – veröffentlicht am Sonnabend, 23. Mai 2015

Die Menschenrechtsaktivistin Christina Haverkamp aus Blumenthal zieht Bilanz: 25 Jahre nach der ersten Expedition mit Rüdiger Nehberg in den südamerikanischen Regenwald schienen die Yanomami-Indianer vor dem Völkermord gerettet. Doch nun drohen neue Gefahren. …

Von Joachim Welding

Ein halbes Leben für die Indianer

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