Spendenaktion der Fridtjof-Nansen-Realschule

Ein Bericht über das Spendenprojekt für die Yanomami an der Fridtjof-Nansen-Realschule im Jahr 2015.

Am 18. Dezember 2017 wird Christina Haverkamp die FNR wieder besuchen und einen Vortrag halten.

Zum Lesen bitte auf das Bild klicken:

FNR Jahresbericht Yanomami 2015

Jahresbericht 2016

Blumenthal, Februar 2017

Liebe Yanomami-Freundinnen und Freunde.

„Mission erfüllt. Danke!“
Unsere Ziele für die Yanomami-Indianer in Venezuela und Brasilien im Jahr 2016 haben wir erreicht Dank eurer finnanziellen Unterstützung. Ende letzten Jahres konnte ich den drei Yanomami-Organisationen Kurikama, Hutukara und Horonami 15 wertvolle Sprechfunkgeräte mit Solaranlagen und Batterien persönlich überreichen. Diesmal hatte ich weder Schwierigkeiten mit dem brasilianischen Zoll noch Probleme mit dem venezolanischen Militär. Mit diesen Geräten können sich die Yanomami in den weit abgelegenen Dörfern besser organisieren und bei Gefahren Hilfe von außerhalb anfordern.

Start in Blumenthal mit den Sprechfunkgeräten

Start in Blumenthal mit den Sprechfunkgeräten

Von meinem Wohnort Blumenthal in Schleswig-Holstein ist es, wie jedes Mal, ein weiter Weg bis ins Yanomamigebiet. Zunächst flog ich über Lissabon und Belem in die Amazonasstadt Manaus, wo ich für die Sprechfunkgeräte Solaranlagen und Batterien kaufte. Danach fuhr ich mit fünf Sprechfunkgeräten drei Tage auf einem Amazonasschiff den Rio Negro hoch bis Santa Isabel. Mit einem Alukanu ging es weiter auf dem Rio Marauia bis zum Yanomami-Dorf Bichu Acu, wo die Yanomami ein Treffen ihrer Organisation Kurikama hatten.

Es gab ein herzliches Wiedersehen mit Anna Ballester und all den Yanomami aus den umliegenden Dörfern. In den folgenden Tagen wurde über die verschiedenen Probleme in ihren Dörfern gesprochen. Die Yanomami beklagten sich bei den Offiziellen der brasilianischen Gesundheitsbehörde Sesai, dass es in den Krankenstationen nicht genügend Materialien, Medikamente und Mikroskope gebe, außerdem fehle es an Ärzten und Krankenpflegern. 

Es wird viel Geld für die medizinische Versorgung mit Hubschraubern und Flugzeugen ausgegeben, oft aber fehlen die wichtigsten Geräte und Medikamente für die medizinische Versorgung. Die Yanomami forderten Transparenz von José Catalana, dem anwesenden Koordinator der brasilianischen Gesundheitsbehörde. Sie wollen zukünftig wissen, wie und wofür die Gelder für ihre medizinische Versorgung verwendet werden.

Die Yanomami wollen in ihrer Traditon weiterleben

Die Yanomami wollen in ihrer Traditon weiterleben

Die von der Gesundheitsbehörde ausgebildeten Yanomami-Krankenpfeger und Mikroskopisten baten um weitere medizinische Fortbildungskurse zur Verbesserung ihrer Arbeit. Oft fühlen sie sich in den Behandlungen unsicher, wenn sie allein in einer Krankenstation Patienten behandeln müssen. Es wurde ausführlich über ein weiteres Problem diskutiert, über den Bevölkerungszuwachs. Insgesamt leben heute 24.000 Yanomami in Brasilien, davon 2.115 Yannomami in Amazonien am Rio Marauia. Die Zählung ergab, dass 75 % der Yanomami unter 30 Jahre alt sind und jeweils nur 4 % der Yanomami über 50 und 60 Jahre alt sind. Das heißt, dass es heute wesentlich mehr junge Yanomami gibt. Die Zunahme der Dörfer am Rio Marauia hat bei den jungen Yanomami zu häufigerem Partnerwechsel geführt und zur starken Annäherung der Jagdgebiete an ihre Dörfer.

Es wurde auch über die Missionierung durch die Salesianer und die Organisation ProArte diskutiert. 1962 sind die ersten Salesianer zu den Yanomami am Rio Marauia gekommen und haben Schulen gebaut. Die Yanomami möchten nicht missioniert werden, denn durch verschiedene Religionen werden Dorfgemeinschaften geteilt, die sich dann streiten und bekämpfen. Die Yanomami haben seit Jahrtausenden ihre eigene Religion. In den Schulen soll das geistige und traditionelle Wissen der Yanomami vermittelt werden.

Die Yanomami auf dem Weg zur Selbstbestimmung

Übergabe der Sprechfunkgeräte

Übergabe der Sprechfunkgeräte

Am Ende dieserVersammlung überreichte ich denYanomami unter großem Jubel und Beifall die ersten 5 Sprechfunkgeräte mit Solaranlagen und Batterien. Ich erklärte ihnen, dass viele Yano-mami-Freunde in Deutschland für diese Geräte gespendet haben und Schüler Benefizveranstaltungen organisierten. Außerdem erzählte ich den Yanomami, dass es in Deutschland zur Zeit viele Flüchtlinge aus Syrien gibt, die dringend Hilfe benötigen, da es in ihrem Land Krieg gibt und alles zerstört wurde. Die Yanomami zeigten sich sehr interessiert und betroffen! Otávio, Sprecher der Yanomami von Kurikama, bedankte sich im Namen aller Yanomami und gab mir einen Dankesbrief für die Yanomami-Freunde in Deutschland. Ich war erstaunt, wie gut sein Portugiesisch ist.

Ein Haus für Kurikama

Das Haus für Kurikama muß renoviert werden

Das Haus für Kurikama muß renoviert werden

Seit vielen Jahren steht das Haus der Indianerschutzbehörde Funai neben dem Yanomami-Dorf Bichu Acu leer. Die Funai ist nicht mehr am Rio Marauia anwesend. Die Yanomami dürfen es jetzt als ihr Haus für ihre Yanomami-Organisation Kurikama herrichten. Es braucht ein komplett neues Dach, eine Solaranlage, eine Wasserversorgung und eine Einrichtung mit Tischen, Stühlen, Regalen und einen Computer mit Drucker. Die brasilianische Organisation PGTA (Programa de Gestão Territorial e Ambiental das Terras Indígenas) hat eine kleine nanzielle Unterstützung zugesagt.

Claudete Schuertz, Koordinatorin der Gesundheitsbehörde

Claudete Schuertz, Koordinatorin der Gesundheitsbehörde

Mitte des Jahres wollen die Yanomami mit der Renovierung beginnen. Otávio kündigte die Möglichkeit an, über die brasilianische Telefongesellschaft Embratel im Kurikama- Haus Internet installieren zu lassen.Wenn das klappt, wäre es fantastisch, weil dadurch die Yanomami vom Rio Marauia bei Gefahren mit uns verbunden wären und weltweit internationale Hilfe anfordern könnten.

Adriano aus dem Dorf Pukima Cachoeiro bedankte sich bei mir persönlich für ein Sprechfunkgerät, welches er von der damaligen Koordinatorin der Gesundheitsbehörde, Claudete Schuertz, bekam. Ich hatte Claudete in ihrem Büro in Boa Vista auf meinem kleinen Netbook ein Interview gezeigt, das ich mit Adriano 2015 in seinem Dorf geführt hatte. Es war so als ob Adriano direkt zu ihr sprach. Sie fühlte sich sehr persönlich berührt und sorgte dafür, dass Adriano das seit langem versprochene Sprechfunkgerät für die Krankenstation seines Dorfes bekam.

 

Öko-Tourismus

Die Yanomami aus Maturacaander Grenze zu Venezuela, wo der höchste Berg Brasiliens liegt, der Picode Neblina (3.100 m), haben sich für einen Ökotourismus entschieden. Damit wollen sie den Nationalpark vor Goldsuchern schützen, die mit ihren Arbeiten den Wald zerstören und möchten sich mit Bergführungen ein nachhaltiges Einkommen sichern. Der Ökotourismus soll langfristig geplant und entsprechend den Lebensumständen und Forderungen der Yanomami entwickelt werden. Ich stehe diesem Projekt mit Skepsis gegenüber, da ich befürchte, dass von diesem Ökotourismus nur wenige Yanomami finanziell profitieren und somit das soziale Gleichgewicht des Dorfes zerstört wird.

Portugiesische Sprachkurse und politische Aufklärungskurse in Poraquequara

Anna Ballester mit ihrem Schüler

Anna Ballester mit ihrem Schüler

Nach dem Kurikama-Treffen besuchte ich im Oktober zwei Wochen lang den Portugiesischunterricht von Anna Ballester in Poraquequara am Rio Marauia. Die Yanomamischüler kamen aus Kona. Ihre Portugiesisch-Kenntnisse waren sehr gering. Immer wieder musste Anna in der Yanomami-Sprache die Bedeutung einzelner Wörter erklären, die es in ihrer Welt nicht gibt.
Insgesamt gab Anna im letzten Jahr vier mehrwöchige Portugiesischkurse und organisierte vier weitere politische Bildungskurse, einen Videokurs und einen Kurs zur Gewinnung von Bienenhonig.

Aktion des brasilianischen Militärs

Davi Kopenawa bei der Übergabe der Sprechfunkgeräte

Davi Kopenawa bei der Übergabe der Sprechfunkgeräte

Im Oktober 2016 organisierte das brasilianische Militär imYanomamigebiet die „Operation Curare VII“, um illegale Goldsuchercamps an den Flüssen Uraricuera und Mucajaí zu beenden. Das Militär zerstörte 18 Arbeitsflöße, 6 Generatoren, 4 Kompressoren und 8 Wasserpumpen. Ein Goldsucher wurde vom Militär festgenommen. Die Yanomami fordern mit der Festnahme, dass die Goldsucher nicht nur wegen des illegalen Aufenthaltes im Yanomami-Schutzgebiet, sondern auch wegen der Zerstörung des Waldes bestraft werden.

Auf dem tagelangen Weg mit dem Bus nach Caracas konnte ich in Boa Vista im Büro von Hutukara Davi Kopenawa 5 Sprechfunkgeräte mit Solaranlagen und Batterien übergeben. Auch er freute sich sehr über diese wertvolle Unterstützung und zeigte sie Mauricio, der die Geräte in den Yanomami-Dörfern von Roraima installieren wird.

Davi Kopenawa, der seit 30 Jahren für sein Volk kämpft, hat einen großen Wunsch, er sagte: “Ich hoffe, dass eines Tages unsere Kinder Lehrer in ihren Dörfern werden, um sich für den Schutz unserer Rechte, unseres Landes, der Gesundheit, Sprache und Kultur einzusetzen. Ich träume davon, dass eines Tages wir, die Yanomami, den Kindern dieser Welt zeigen können, wie wichtig die Natur und die Umwelt für Brasilien und für die ganze Welt ist.“

Politische Situation in Venezuela

Der niedrige Ölpreis, fehlende Devisen und große Misswirtschaft haben das Land in eine tiefe Versorgungskrise gestürzt. Mit rund 800 Prozent war die Inflationsrate in Venezuela im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie. Gleichzeitig schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent und damit so stark wie seit 13 Jahren nicht mehr. Das einst reichste Land Lateinamerikas steht am Abgrund. Das einst gefeierte Projekt einer neuen linken Utopie ist längst gescheitert, Leidtragende dieses Zustands ist das venezolanische Volk, besonders die indigene Bevölkerung.

Trotz dieser schwierigen Versorgungssituation im Land schafften es die Yanomami von Venezuela zu ihren binationalen Treffen vom 21. – 25. November in Puerto Ayacucho die Yanomami aus Brasilien einzuladen. Solch ein binationales Treffen findet seit 3 Jahren jedes Jahr statt. Es werden Erfahrungen ausgetauscht im Umgang mit der Regierung und mit den Goldsuchern.

Sprechfunkübergabe mit Dr. Oscar (in der Mitte) und sein Team

Sprechfunkübergabe mit Dr. Oscar (in der Mitte) und sein Team

Cordova, der Yanomami-Mikroskopist von Padamo, bedankte sich noch einmal persönlich für das Mikroskop, das er im letzten Jahr von der Yanomami-Hilfe e.V. erhalten hatte. Mit diesem Mikroskop könne er nun rechtzeitig erkennen, ob jemand im Dorf wirklich an Malaria oder Tuberkulose erkrankt sei. Im Jahr zuvor starben in seinem Dorf über 15 Yanomami, da man nicht rechtzeitig die Krankheiten erkannt hatte.

Seit einigen Jahren arbeitet der junge Arzt Dr. Oscar Noya Alarcón für das Tropische Institut Caicet in Puerto Ayacucho, um die Onchozerkose (Flussblindheit) im Orinokogebiet zu bekämpfen. Mit seinem engagierten Team konnte er drei zugewucherte Landepisten im Yanomamigebiet wieder freischlagen, damit die medizinische Versorgung verbessert werden kann.

Zusammen mit den Yanomami von Horonami installiert Dr. Oscar Noya Alarcón gerade unsere 5 Sprechfunkgeräte in Haximu, Delgado Chalbaud, Momoi, Mavaquita und in Puerto Ayacucho.

Nachruf

Schwester Maria Wachtler

Schwester Maria Wachtler

Am 5. September 2016 ist Schwester Maria Wachtler in Caracas gestorben. Sie wurde 81 Jahre, kam aus Österreich und war Ordensschwester der Salesianerinnen Don Bosco. Über 50 Jahre lebte sie bei den Yanomami in der Missionsstation Ocamo, wo sie eine Schule unterhielt und sich um die medizinische Grundversorgung in den Dörfern am Rio Ocamo kümmerte. Die Yanomami-Hilfe hat jahrelang die Arbeit von Maria Wachtler mit Medikamenten, Moskitonetzen und Schulmaterial für die Alphabetisierung der Yanomami unterstützt. Ihre Aufgabe sah sie immer darin, die Kultur der Yanomami zu schützen und zu bewahren.

Yanomami-Hilfe e.V. bekommt eine neue Mitarbeiterin

Unsere neue Mitarbeiterin in Venezuela Alba Rondon

Unsere neue Mitarbeiterin in Venezuela Alba Rondon

Meine langjährige politische Beraterin in Venezuela Alba Rondon übernimmt seit Anfang des Jahres die Koordination unserer Yanomami-Arbeit in Venezuela. Alba ist sozial engagiert, hat ein gutes diplomatisches Gespür bei Verhandlungen (was mir oft fehlt), ist zuverlässig und hat immer gute Laune, trotz der schwierigen politischen Situation in Venezuela. Für unsere Yanomami-Arbeit wird sie vor Ort eine Bereicherung sein. Im nächsten Monat fährt sie nach Puerto Ayacucho, um die Arbeit der Yanomami-Organisation Horonami zu unterstützen.

 

Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge

Im letzten Jahr hatte ich neben vielen Schulvorträgen ein paar
besondere Vorträge:

  • für das Außenministerium in Berlin vor 800 Tropenärzten
  • in Ilsenburg im Harz für Ärzte und Mitarbeiter des Herzzentrums Leipzig
  • in Wiesbaden für den Segelclub Rheingau e.V.
  • in Frankreich für den Rotary Club von Souillac

Für diesen Vortrag musste ich eine Woche lang Vokabeln pauken. Nun kann ich den Yanomami-Vortrag in 5 Sprachen halten: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Französisch!

Während ich noch bis Anfang Dezember in Venezuela bei den Yanomami war, organisierte mein Mitarbeiter Lennard Walden die Schulvorträge an Schulen in Bayern. Es wurden zwei volle Wochen bis kurz vor Weihnachten!

Danksagung!

Viele Schulen organisierten nach den Vorträgen Aktionen zugunsten der Yanomami: Teeverkauf des Julius-Echter-Gymnasiums in Elsenfeld, Kuchenverkauf der Mädchenrealschule Niedermünster aus Regensburg, Spendenaktion der Klasse 6 der Waldorfschule Prien am Chiemsee, Spendenaktion der Klasse 7e vom Stadtgymnasium Nordhorn, Solimarsch der Maria Ward-Schulen aus Altoetting, Kekse-Verkauf und andere Leckereien der Klasse 3b der Grundschule Uchte, Spendenaktion der Klasse 6b der Mittelschule Großostheim

Vielen Dank für die Unterstützung und Spenden:

25 Jahre Kirchenchor „Yanomami“ aus Rhynern mit der Leiterin Beate Langenhorst

25 Jahre Kirchenchor „Yanomami“ aus Rhynern mit der Leiterin Beate Langenhorst

Kirchenchor Yanomami aus Rhynern, Eine Welt Kreis „Sankt Martin“ aus Mehring, Limpopo e.V. Berlin, TAC-Verlag Aichach, Bonagera e.V. München, Rotary Club Souillac (Frankreich), GBB Gesellschaft für Betriebsmedizin Berlin, Lebensraum Regenwald von Roland Zeh, Spendenaktion nach dem Vortrag im Auswärtigen Amt Berlin

Herzlichen Dank an alle Einzelspender:

Alexander Mater, Angelika Heinsen, Christhard Kotte, Christiane Pieper, Constanze Grohmann, Dr. Udo Strauss, Dipl.- Ing. Hans-Florian Ott, Dr. Herbert Barthel und Marion Strauss-Barthel, Dr. Ingo Dahnert, Dr. Beate Ziethen, Gerd Haverkamp, Hans-Hinrich Kahrs, Helmut und Christa Gohlke, Henning Köhlert, Isa Gern, Justus Klebe, Lorena Weigert, Lucia Koschany, Linus Thomas Bartke, Marcus Pfeifer, Munna Thies, Stefan Kiehl, Ulrich Wand, Zahnärztin Anne-Katrin Roever-Plagmann.

Insbesondere möchte ich mich bedanken bei unseren Mitgliedern der Yanomami-Hilfe e.V. Mit euren kontinuierlichen Beiträgen können wir eine sichere Planung unserer Yanomamiarbeit durchführen.

Was sind unsere nächsten Ziele

Christina mit Morelia aus Belgado

Christina mit Morelia aus Belgado

Die Yanomami-Hilfe e.V. wird die Renovierung und die Einrichtung des neu- en Kurikama-Hauses für die Yanomami mit unterstützen. Die venezolanischen Yanomami im Orinokogebiet benötigen weitere 20 Sprechfunkgeräte mit Solaranlagen und Batterien. Mein Ziel ist es, den Yanomami jährlich 5 Geräte zu überreichen.

Mit der Berliner Organisation Limpopo e.V. möchten wir die politische Arbeit von Anna Ballester weiter unterstützen, damit die Yanomami bestärkt und befähigt werden, sich selbst für den Erhalt ihrer Kultur einzusetzen.

Bei meiner Arbeit für die Yanomami musste ich im Laufe der Jahre etwas gelassener werden und lernen, Dinge hinzunehmen, die ich aus eigener Kraft nicht ändern kann. Unsere Yanomami-Arbeit ist seit vielen Jahren beständig und zuverlässig. Die Yanomami mit ihren drei Organisationen werden langsam selbstständiger. Sie wissen unsere Unterstützung sehr zu schätzen und sind dankbar, dass sie im fernen Alemanha Freunde und verlässliche Partner haben!

Für euer Interesse und für die weitere Unterstützung möchte ich mich ganz herzlich bedanken mit dem Motto

Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Christina Haverkamp(f)

25 Jahre Yanomami Chor in Rhynern – 19.6.2016

Quelle: Radio Runde Hamm e.V.
25 Jahre Yanomami Chor in Rhynern
19.06.2016, von Birgit Dannbeck

Der Himmel brach auf und ließ die Sonne scheinen, als pünktlich um 16.00 Uhr das Konzert begann.

25 Jahre Yanomami Chor in RhynernDie gut besuchte Konrad Adenauer Realschule in Rhynern hat eine einladende Stimmung geboten. Der Förderverein der Schule begrüßte die ca. 200 Besucher mit Snacks und Getränken, die freiwilligen Helfer des Fördervereines waren zu Informationsgesprächen offen und bereit.

Am Eingang waren Informationstafeln zum Thema Yanomami liebevoll vom Chor dekoriert worden, und auch die verschiedenen CDs des Chores wurden hier zum Verkauf angeboten.

Die Musikgruppe „Yanomami“ lässt sich als solche in keine Schublade packen. Es sangen und spielten am Konzertanfang die „Kleinen Yanominis“ – mit 12 Kindern im Alter von ca. 7 – 10 Jahren – und ließen das Konzert mit Liedern wie „Trommle mein Herz für das Leben, „Menschenkinder auf Gottes Erden“, „Via Nova“ oder auch „Der Himmel geht über allen auf“ freundlich und voller Elan beginnen – ein schöner Start!

25 Jahre Yanomami Chor in RhynernEs folgte der Chor der Erwachsenen mit über 30 Musikern im Alter von 11 – 70 Jahren. Im Vordergrund stand dabei, dass sie das sog. „neue geistliche Lied“ – auch Sacropop genannt -spielten.

Ihnen allen ist es wichtig, dass sie durch die Musik den Glauben bekennen. So geben sie auch selten Konzerte, sondern gestalten Gottesdienste mit. Zwei Chorteilnehmer reisten extra für das Konzert aus Baden-Württemberg an. Jeder Teilnehmer, der heute dabei war, brachte sich und sein Talent dabei ein. Keiner der Musiker und Musikerinnen ist Profi, alle machen aus Überzeugung und weil sie Spaß an der Sache haben mit.

Zu hören waren z.B. Gitarren, Trommeln, Flöten, Geigen, Trompeten, Klanginstrumente und natürlich Singstimmen. Die Sänger und Sängerinnen durften sich aussuchen, welche Stimme sie bei dem jeweiligen Lied singen wollten. Die typische Einteilung des klassischen Chores nach Sopran, Alt, Tenor und Bass gab es nicht. Dadurch ergab es sich, dass die Teilnehmer nach fast jedem Lied schnell noch einmal die Positionen wechselten, damit die entsprechenden Sänger zusammen standen.

Zwischen den Liederblöcken erzählte Christina Haverkamp von ihrer inzwischen 25-jährigen Arbeit bei der Yanomami Hilfe e.V.

Wunderschöne Bilder, die Impressionen des Regenwaldes und der Yanomamis in die Konrad Adenauer Realschule brachten, wurden von den Besuchern bestaunt und den Geschichten von Christina Haverkamp aufmerksam zugehört.

25 Jahre Yanomami Chor in RhynernDer Chor ist kein Verein, sondern hat sich vor 25 Jahren einfach so ergeben. Anfangs waren es nur 5 Teilnehmer – es ergaben sich jedoch immer mehr Interessenten und so stieg die Zahl immer weiter an.

Der Name des Chores ist erst im Laufe der Zeit zustande gekommen. Da immer mal Rhytmusgruppen oder / und Chöre angefragt wurden, musste man sich in Rhynern einen Namen einfallen lassen. Geldspenden für Auftritte wurden damals schon an die Yanomamis und Christina Haverkamp überwiesen. Daher war es logisch auch den Namen für den Chor zu nehmen! Yanomami bedeutet nämlich MENSCH!

Das Konzert ging zu Ende, und draußen war der Regenhimmel der letzten Tage abgelöst vom strahlenden Sonnenschein – wie ein Gruß vom Amazonas.

Jeder der Lust hat, ist zu den wöchentlichen Proben herzlich willkommen. Der Chor trifft sich immer am Dienstag um 20.00 Uhr im kath. Pfarrheim St.Regina in Rhynern.

Vielen Dank! Muito obrigada! Muchas gracias! Totihi!

… sagt Birgit Dannbeck von der Radio Runde Hamm (Denken Sie bitte auch an die Sendung am 11. Juli auf UKW 105, denn da hören Sie u.a. Christina Haverkamp im Interview).

Ein Leben im Dienste bedrohter Indianer – 9.3.2016

Quelle: Grafschafter Nachrichten,  veröffentlicht am 9.3.2016

Gegenstände der Yanomami hatte Christina Haverkamp zu ihrem Vortrag ins Lise-Meitner-Gymnasium nach Uelsen mitgebracht. Foto: Marcus Pfeifer

Gegenstände der Yanomami hatte Christina Haverkamp zu ihrem Vortrag ins Lise-Meitner-Gymnasium nach Uelsen mitgebracht. Foto: Marcus Pfeifer

Von Marcus Pfeifer

Seit vielen Jahren kämpft die gebürtige Nordhornerin Christina Haverkamp für das Leben der bedrohten Yanomami-Indianer in Südamerika. Vor einigen Tagen hat sie Gymnasiasten in Uelsen davon berichtet.

Uelsen. Die Yanomami – eines der letzten Indianervölker Brasiliens, das weitgehend unberührt von der Zivilisation im Regenwald Südamerikas lebt, hat es der aus Nordhorn stammenden Christina Haverkamp angetan. 1990 erfuhr sie durch den prominenten Abenteurer und Menschenrechtsaktivisten Rüdiger Nehberg von ihrem Schicksal und widmet ihnen und dem Schutz ihrer bedrohten Lebensumwelt seitdem ihr Leben.

In der vergangenen Woche hatten die Siebtklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Neuenhaus und Uelsen die Gelegenheit, aus erster Hand etwas über diese Indianer zu erfahren, die im Regenwald ein frohes und spannendes, aber auch arbeitsreiches Leben führen.

Deren Lebensraum im riesigen Grenzgebiet zwischen Brasilien und Venezuela wurde indessen lange akut von Abertausenden von Goldgräbern bedroht, die mit ihren Schürfmethoden das Flusswasser vergifteten und damit auch die Lebensgrundlage der Yanomami. Sie schleppten zudem zahlreiche Krankheiten ein, die in der Region bislang unbekannte Malaria verbreitete sich. Ganze Yanomami-Runddörfer wurden abgebrannt, wenn sie die Goldgräber störten.

Sammlung von echten Kulturgegenständen der Yanomami

Als die beiden sich nun für die Yanomami einsetzten, bekamen sie es nicht nur mit den Goldgräbern zu tun, sondern auch mit den brasilianischen und venezolanischen Behörden, denen es vermutlich wohl recht gewesen wäre, wenn man die Yanomami ganz los wäre und ungehemmt Bodenschätze auf deren Gebiet fördern könnte. Doch Rüdiger Nehberg und Christina Haverkamp gelang es, nicht zuletzt mit spektakulären Unternehmungen wie zum Beispiel einer Atlantiküberquerung per Floß, die Weltöffentlichkeit auf deren Schicksal aufmerksam zu machen.

Heute ist die Anzahl der Goldschürfer auf wenige Hundert geschrumpft, die verletzten Lebensräume der Yanomami ließen sich teilweise regenerieren, und Christina Haverkamp ist es nicht nur gelungen, im Regenwald drei Krankenstationen aufzubauen, sondern auch anzuregen, die Sprache der Yanomami zu verschriftlichen und zumindest einigen von ihnen Portugiesisch beizubringen, sodass sie nun in der Lage sind, ihr Lebensrecht gegenüber dem brasilianischen und dem venezolanischen Staat selbst zu verteidigen.

Der Lichtbildvortrag, der das Leid und Elend der Yanomami veranschaulichte, aber auch deren Lebensfreude, wenn sie ungestört in ihrer ursprünglichen natürlichen Umgebung leben können, zog die gut hundert jungen Zuschauer ganz in ihren Bann. Außerdem hatte Haverkamp eine Sammlung von echten Kulturgegenständen der Yanomami mit nach Uelsen gebracht: Köcher für giftige oder ungiftige Pfeile, Körbe, mit denen man Fische fangen kann, Arafedern als Armschmuck und sogar ein paar präparierte Piranhas, die sie den Kindern am Ende des Vortrags erklärte.