Spannender Vortrag über ein bedrohtes Volk

Quelle: Landeszeitung (SHZ), 22.06.2012, Foto: CHE
Hanerau-Hademarschen Yanomami heißt einfach Mensch in der Sprache des Yanomami-Volkes in Brasilien und Venezuela. Jeder Mensch hat Menschenrechte. Das wissen auch schon die Schüler der 1. bis 6. Klasse der Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule in Hanerau-Hademarschen und Todenbüttel. Das Recht auf Nahrung, das Recht auf Bildung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit sind nur ein paar Beispiele. Dass diese Menschenrechte jedoch nicht immer eingehalten werden, lernten die Schüler in einem spannenden Vortrag der Menschenrechts-Aktivistin Christina Haverkamp.

Christina Haverkamp mit Schülerin

Christina Haverkamp mit Schülerin

Sie setzt sich seit 20 Jahren für das bedrohte Volk der Yanomami Indianer in den Regenwäldern von Brasilien und Venezuela ein. Christina Haverkamp zeigte den Schülern in einer Diavorführung ihren ganzen Werdegang von der Abenteurerin, die „nur“ mal in den Regenwald wollte, zur Aktivistin, die es schaffte, die Welt auf dieses bedrohte Volk aufmerksam zu machen. Anhand von drastischen und zum Teil schonungslosen Bildern erklärte sie den Schülern, wie dieses Indianervolk weitgehend ursprünglich im Regenwald lebt. Doch auch die Gefahren, denen sie durch die Zivilisation ausgesetzt sind, zeigte sie den Kindern. Illegaler Goldabbau in den Regenwäldern zerstört die Natur und damit Lebensgrundlage der Yanomami. Von den Weißen eingeschleppte Krankheiten können für die Indianer tödlich sein. Doch Christina Haverkamp ließ die Kinder nicht mit den geschilderten Schrecken alleine, sondern zeigte ihnen auch die Erfolge, die sie und ihre Mitstreiter bereits errungen haben. So wurde aufgrund von internationalen Protesten der illegale Goldabbau eingedämmt.

Christina Haverkamp organisierte den Bau von Schulen und Krankenstationen im Regenwald. Denn das Recht auf Bildung und körperliche Unversehrtheit sind Menschenrechte, die für die Indianer bisher nicht zu gelten schienen. Christina Haverkamp setzt sich dafür ein, dass die Yanomami lernen, die brasilianische Amtssprache zu sprechen, zu lesen und zu schreiben. Nur so haben sie die Chance, in Zukunft selber für ihre Rechte einzutreten. Außerdem werden in den Krankenstationen Yanomami zu Pflegern und Helfern ausgebildet. So können sie ihre medizinische Versorgung selber organisieren. Doch all diese Arbeit kostet natürlich viel Geld, das Christina Haverkamp zu organisieren versucht. „Eine Krankenstation kostet 70.000 Euro, eine Schule 20.000 Euro“, erklärt sie den Kindern. Deshalb sei sie in Deutschland unterwegs, um an Schulen Vorträge zu halten und auch die Schüler und Lehrer zu ermuntern, Aktionen zu starten. „Ich möchte informieren, sensibilisieren und aktivieren!“, sagt sie ganz offen. Wer Geld für die Yanomami Indianer sammeln und spenden möchte, kann sich auf der Homepage von Christina Haverkamp umfassend informieren. www.yanomami-hilfe.de